Ärztepfusch

Wenn Ärzte Fehler machen – was können Sie als Patient unternehmen

Jährlich werden Tausende Patienten Opfer von sogenanntem Ärztepfusch und dies sind nur die gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer wird als wesentlich höher eingeschätzt.

Um als Patient rechtliche Schritte einleiten zu können, muss geprüft werden, ob tatsächlich ein Behandlungsfehler vorliegt. Seit Januar 2013 ist das Patientenrechtegesetzt in Kraft getreten. Grundsätzlich wird dabei zwischen einfachen und groben Behandlungsfehlern unterschieden. Dabei geht es letztlich um die Feststellung und Beweisführung eines entstandenen gesundheitlichen Schadens. Sollte ein einfacher Behandlungsfehler vorliegen, muss der betroffene Patient dem Arzt nachweisen, dass dieser falsch gehandelt oder diagnostiziert hat. Bei einem groben Behandlungsfehler hingegen steht der verursachende Arzt in der Pflicht darzulegen, dass seine Fehler nicht Ursache eines folgenden Schadens sind.

Grundsätzlich haftet jeder Arzt für Behandlungsfehler oder versäumte Aufklärung. Jeder stationär aufgenommene Patient, der vor einer Operation steht, kennt die üblichen Aufklärungsbögen. Was aber viele nicht wissen, mit der Unterschrift auf diesem Papier hat der Patient immer noch das Recht gegen Fehler von dem ausführenden Arzt vorzugehen. Wenn beispielsweise bei einer Operation am Kniegelenk Komplikationen auftreten, heißt dies noch lange nicht, dass der Arzt für seine Fehler nicht geradestehen muss. Selbst wenn der Patient vor einer Operation nicht auf eventuelle andere Behandlungsmethoden hingewiesen wird, kann er gegen den Arzt rechtliche Schritte einleiten.

Falls Sie Opfer von Behandlungsfehlern geworden sind, können Sie sich an verschiedene Stellen wenden. Der optimalste und aussichtsreichste ist der Gang zum medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Diese handeln immer im Sinne des Patienten und setzen sich für dessen Rechte ein. Also scheuen Sie sich im Ernstfall nicht und nehmen Sie Hilfe zur Umsetzung Ihrer Interessen an.